Medieninformation

September 29, 2024

Rad-WM 2024 entlang des geplanten Deponiegeländes – Bevölkerung wehrt sich gegen Mülldeponie für stark belastete Abfälle

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Seit Wochen formiert sich in der Region massiver Widerstand gegen die Pläne des Kantons. Die neu gegründete Interessengemeinschaft IG DepoNIE-Zollikon.ch setzt sich aktiv gegen die Nutzung dieses wertvollen städtischen Naherholungsgebietes als Deponiestandort schwer belasteter Abfälle ein. Im Vordergrund stehen dabei die Bedeutung der intakten Natur, die erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität der Anwohner sowie die bereits heute kritische Verkehrssituation. Zudem würde die Existenzgrundlage der ortsansässigen Biobauern, die diese einzigartige Landschaft bewirtschaften und pflegen, unwiederbringlich zerstört.

Die Forchstrasse, die das Gebiet erschliesst, wird bereits heute täglich von 3500 Fahrzeugen mehr befahren als der Gotthard-Strassentunnel - eine untragbare Belastung für die ganze Region. Diese Verkehrsproblematik und deren Folgen wurden bei der Evaluation des Deponiestandorts nicht ausreichend berücksichtigt.

Der Widerstand gegen die Deponiepläne wächst. Zahlreiche Interessengruppen wie der Ornithologische Verein Zollikon (OVZ), die Jagdgesellschaft Zollikon, der Quartierverein Zollikerberg, der Quartierverein Witikon, der Verschönerungsverein Zollikon, die Holzkorporation Zollikon, die Unterhaltsgenossenschaft Waldwege, die Zolliker Landwirte, der Alt-Bürgerverband Zollikon sowie zahlreiche engagierte Privatpersonen unterstützen die IG DepoNIE-Zollikon.ch nach Kräften, um die Zerstörung dieses sensiblen Lebensraums zu verhindern.

Der Kanton hat sich bei der Evaluation der 23 neuen Deponiestandorte auf die Empfehlungen aus der Entsorgungs- und Deponie-Branche (IGEZ Deponien Planung Kanton Zürich) gestützt und augenscheinlich nicht bemerkt, dass die beigezogenen „Berater“ tief in Interessenskonflikten stecken. Dabei wurden die lokalen Begebenheiten, aber auch Entwicklungen wie die Kreislaufwirtschaft komplett ausser Acht gelassen. 2020 hat die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) die parlamentarische Initiative «Stärkung der Schweizer Kreislaufwirtschaft» für eine Revision des USG lanciert. Mit der Stärkung der Kreislaufwirtschaft sollen die Umweltbelastungen im In- und Ausland über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Bauwerken reduziert, Stoffkreisläufe geschlossen und die Ressourceneffizienz verbessert werden. Ungeachtet dieser weitreichenden Entwicklungen und umwälzenden Erkenntnissen revidiert der Kanton Zürich den Richtplan Deponien 2024 mit einem Zeithorizont von 40 Jahren und stützt sich bei der Planung auf die Interessen von Deponiebetreibern und deren Erfahrungen aus der Abfallbewirtschaftung der vergangenen 30 Jahren. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die aktuellen Diskussionen um Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Sparsamkeit im Umgang mit Natur und Landschaft in der kantonalen Verwaltung keinerlei Beachtung gefunden haben.

Die IG DepoNIE-Zollikon.ch ruft die Bevölkerung auf, sich aktiv gegen diese Revision des Richtplans des Kantons zu wehren, sich direkt an die Vertreter in der Kantonsregierung zu wenden und sich an den weiteren geplanten Protestaktionen zu beteiligen. Informationen zum genauen verwaltungsrechtlichen Vorgehen werden in den nächsten Wochen auf der Website der IG DepoNIE-Zollikon.ch aufgeschaltet.