March 14, 2025
Der Kanton Zürich plant 23 neue Deponiestandorte ohne ausreichende Berücksichtigung der Trinkwasserqualität und mit gravierenden Planungsfehlern. Der Standort Brunnenwisen auf dem Zollikerberg liegt im beliebten Naherholungsgebiet der Stadt Zürich und damit im Quellgebiet des Wehrenbachs, der direkt in den Zürichsee fliesst. Gegen die Aufnahme des Standorts in den Richtplan wurde eine Petition mit über 3300 Unterschriften lanciert, und besorgte Anwohner und Bürger haben bereits über 700 Einwendungen eingereicht.
Die im Dezember 2024 öffentlich aufgelegte Teilrevision des kantonalen Richtplans beinhaltet unter anderem die Neufestlegung der Deponiestandorte. Die Neufestlegung sieht die Erweiterung von drei bestehenden Deponiestandorten sowie die Neuaufnahme von insgesamt 20 potenziellen Deponiestandorten vor.
Unter den neu aufgenommenen Deponiestandorten befindet sich auch der Standort «Brunnenwisen» an der Binzstrasse in Zollikerberg. Gegen den ausgeschiedenen Deponiestandort regt sich vehementer Widerstand aus der Bevölkerung, die sich in der Interessengemeinschaft DepoNIE-Zollikon.ch organisiert hat. Die IG setzt sich aktiv für die Anliegen der Anwohner, Bürger und Interessierten im Zusammenhang mit dem geplanten Deponiestandort ein. Der Standort Brunnenwisen liegt in einem der wichtigsten Naherholungsgebiete der Stadt Zürich und der umliegenden Gemeinden. Die geplante Deponie Brunnenwisen bedroht nicht nur wertvolle Fruchtfolgeflächen, sondern auch den unter Schutz stehenden Wehrenbach, der durch belastetes Sicker- und Oberflächenwasser verschmutzt werden könnte. Selbst das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) warnt in eigenen Berichten vor der Gefahr, dass aus Deponien austretendes Sickerwasser mit einer Vielzahl bekannter und unbekannter Schadstoffe belastet sind. Aufgrund der Topografie bei der Deponie Brunnenwisen könnte austretendes Wasser ungehindert über den Wehrenbach in den Zürichsee fliessen und die wichtigste Trinkwasserquelle der Stadt und Agglomeration verunreinigen. Dies stellt ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung dar.
Verschiedene von der Gemeinde Zollikon in Auftrag gegebene Gutachten haben zahlreiche Fehlannahmen bei der Beurteilung des Standorts Brunnenwisen aufgezeigt. Unverständlich ist zudem, dass die kantonale Verwaltung bei der Planung der Deponie den mit überwältigender Mehrheit angenommenen Verfassungsauftrag zur Schliessung der Stoffkreisläufe nicht berücksichtigt hat. Dies steht in krassem Widerspruch zum Volkswillen für eine nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung.
Gefährdung von Natur, Gewässerschutz und Wohnqualität
Der Standort Brunnenwisen erfüllt gleich zwei der zentralen Ausschlusskriterien, die das AWEL in Zusammenarbeit mit privaten Deponiebetreibern für die Überprüfung der Standortqualität definiert hat. Nämlich:
1. das Vorkommen von geschützten Arten und Arten der Roten Liste und
2. die Unterschreitung von Mindestabständen zu Wohngebieten.
Die geplante Deponie mit einer Fläche von rund 20 Fussballfeldern und einer Höhe von bis zu 11 Metern stellt eine ernsthafte Bedrohung für das sensible Ökosystem dar. Das Feuchtgebiet Brunnenwisen spielt zudem eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung von über 400'000 Menschen in der Region Zürich. Die Stadt Zürich bezieht 70 Prozent ihres Trinkwassers aus dem Zürichsee - doch der nötige Gewässerschutz ist nicht gewährleistet und der Bau einer Deponie an diesem Standort würde gegen das Gewässerschutzgesetz verstossen.
Breite Ablehnung in der Bevölkerung
Der Widerstand gegen die geplante Deponie ist gross: Eine öffentliche Petition wurde bisher von 3300 Personen unterzeichnet. Die IG DepoNIE-Zollikon.ch unterstützte zudem betroffene Bürgerinnen und Bürger beim Verfassen von Einsprachen - allein auf diesem Weg wurden über 700 Einwendungen von besorgten Anwohnern und Bürgern verfasst und eingereicht. Nicht mitgezählt sind die Einwendungen von zahlreichen Institutionen, Verbänden und Parteien sowie weiteren besorgten Bürgern.
Die Einsprachefrist endet am 14. März 2025 und damit beginnt der langwierige politische Prozess. Die IG DepoNIE-Zollikon.ch wird sich weiterhin mit aller Kraft gegen dieses umwelt- und gesundheitsschädigende Projekt einsetzen. Sie ruft die Bevölkerung auf, sich weiterhin zu informieren und zu engagieren. Ein Newsletter mit regelmässigen Updates kann unter https://deponie-zollikon.ch abonniert werden.